17.11.2011 11:01

Gotha beeindruckt die Fachwelt

Ausstellung zum Deutschen Bauherrenpreis in der Kategorie Modernisierung macht Station im Neuen Rathaus

Gotha, Am schmalen Rain

Der Deutsche Bauherrenpreis wird alle zwei Jahre gemeinsam von den Verbänden GdW Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem Bund Deutscher Architekten und dem Deutschen Städtetag verliehen. Er zählt 25 Jahre nach Gründung zu den renommiertesten Architektur- und Städtebaupreisen in Deutschland. Unter die zehn Preisträger des Deutschen Bauherrenpreises 2009 / 2010 in der Kategorie Modernisierung wählte die Jury die Wohnungsbestände der Wohnungsbaugenossenschaft Gotha in der Fritzelsgasse 8 bis 26. Nun macht die Wanderausstellung mit der Präsentation der preisgekrönten Projekte für sechs Wochen Station im großen Saal des Neuen Rathauses am Ekhofplatz. Bürgermeister Werner Kukulenz und Hans-Otto Kraus als Vertreter des GdW werden die Ausstellung am Freitag (18. November) um 18.00 Uhr eröffnen.

Fritzelsgasse vorbildlich für Rückbau
Die Wohnungsbaugenossenschaft Gotha wurde bei der Preisverleihung Anfang letzten Jahres gewürdigt für „eine übertragbare Lösung für die Modernisierung innerstädtischen Plattenbaubestandes bei nur geringfügigem Rückbau an einem das Stadtbild prägenden Standort“. In Zusammenarbeit mit Stadt und dem Generalplaner Wohnstadt (NH ProjektStadt) wurden die Gebäude in der Fritzelsgasse von Grund auf umgebaut. Die Wohnungsanzahl reduzierte sich nach Abschluss der Umbaumaßnahmen in 2007 von 120 auf attraktive 90 Wohnungen. Bei Beibehaltung der konstruktiven Grundstruktur und Rückbau des 5. Geschosses wurden alle nicht tragenden Wände ersetzt, die Bäder vergrößert und überwiegend offene Küchenlösungen angeboten. Viele Wohnungen sind nun weitgehend barrierefrei und werden über Aufzüge und offene Laubengänge erschlossen. Die Neugestaltung der Freianlagen erfolgte ebenfalls barrierefrei und ist durch eine stärkere Abgrenzung des Wohnumfeldes von der öffentlichen Stadt geprägt. Auf der südlichen Innenhofseite laden Gartenzimmer und ein historischer Brunnen zum Verweilen ein.

Umsichtiger Umgang mit historischer Bausubstanz
Die Fritzelsgasse ist auch Station eines umfangreichen Besichtigungsprogramms während der zweitägigen Klausurtagung der 35köpfigen Arbeitsgruppe KOOPERATION an diesem Wochenende in Gotha. In der Arbeitsgruppe haben sich namhafte Vertreter der drei genannten Verbände zur Förderung bedürfnisgerechten Wohnungs- und Städtebaus zusammengefunden. Weitere Programmpunkte sind eine Führung durch die Altstadt, in deren Verlauf das Stadtplanungsamt und der Sanierungsträger NH ProjektStadt unter anderem die Innenstadtinitiativen „Gotha lebt“ und „Genial zentral“ vorstellen. In Gotha finden sich viele Beispiele für eine behutsame Sanierung historischer, oft denkmalgeschützter Bausubstanz. So werden die Vertreter der Fachverbände unter anderem die seit 1996 sanierte ehemalige Eisenbahnerwohnsiedlung „Am schmalen Rain“ besichtigen und sich erläutern lassen, die als herausragendes Beispiel für den von der Gartenstadtbewegung beeinflussten Genossenschaftswohnungsbau der frühen 1920er Jahre gilt.