Neu-Anspach hat seine Zukunft erfolgreich gestaltet

11.12.2009 15:54

 

Nach 35jähriger Entwicklungsmaßnahme mit sechs Millionen Euro im Plus

Nach dem Zusammenschluss der vier Gemeinden Anspach, Hausen-Arnsbach, Rod am Berg und Westerfeld wurde die Nassauische Heimstätte 1974 als treuhänderischer Entwicklungsträger und Projektmanager von der neu gegründeten Kommune Neu-Anspach mit der Flächenentwicklung weiter Teile ihres Siedlungsgebietes beauftragt. Ziel war nicht weniger, als die Schaffung einer „neuen Stadt“ mit zusätzlichen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für über 10.000 Menschen. Eine Zwi-schenbilanz nach 35 Jahren zeigt: Investitionen von rund 92 Millionen Euro stehen Einnahmen von 98 Millionen Euro gegenüber.

In drei Jahrzehnten hat sich die Einwohnerzahl auf über 15.000 verdreifacht – die Planungen wuchsen mit den sich ändernden Anforderungen flexibel mit. Für 10.000 Neubürger entstanden im Lauf der Jahre 2.200 attraktive Wohneinheiten in überwiegend zwei- bis dreigeschossigen, maximal viergeschossigen Gebäuden. Entsprechend der dynamischen Bevölkerungsentwicklung hat Neu-Anspach seine Infrastruktur kräftig ausgebaut. So wurden alleine neun Jugendeinrichtungen realisiert, darunter Kindertagesstätten, Schulsporteinrichtungen, Bolzplätze, Kinder- und Jugendhäuser. Investiert wurde in Feuerwehren und kommunale Einrichtungen wie Sportplätze, Friedhöfe, eine Stadtbücherei, einen Bauhof und ein Bürgerhaus. Die Zahl neu gebauter inner- wie überörtlicher Straßen- und Verkehrswege ist sehr groß, das dafür eingesetzte Investitionsvolumen beträgt derzeit über 48 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Mittel in Millionenhöhe, die die Stadt aus anderen Investitions- und Konjunkturprogrammen direkt erhalten hat und die zur Realisierung der Entwicklungsziele eingesetzt werden konnten. Trotz seiner Nähe zu Frankfurt und der guten Verkehrsanbindung wollte Neu-Anspach keine typische „Schlafstadt“, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort werden. Die Entwicklung zweier Gewerbegebiete führte zur Ansiedlung von bislang rund 100 kleinen und mittelständischen Unternehmen mit über 1.000 Arbeitsplätzen.

Die Rechtsgrundlage zur Förderung der Entwicklung mit öffentlichen Mitteln war in den 70er Jahren das Städtebauförderungsgesetz, der Vorläufer des heutigen Baugesetzbuches. Rechts- und Förderinstrument war hier - wie am Riedberg in Frankfurt - eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, die die Schaffung von Bauland auf über 180 ha Fläche vorsah. Die Entwicklungsmaßnahme in Neu-Anspach ist jedoch auch eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Durch eine sehr sensible Vorgehensweise beim Ankauf von Flächen für die Ausweisung neuer Baugebiete konnte eine unwirtschaftliche Grundstücksvorhaltung, die mit erheblichen Vor- bzw. Zwischenfinanzierungskosten verbunden gewesen wäre, vermieden werden. Die als Vorausleistung gewährten Entwicklungsförderungsmittel der Anfangsjahre sind ebenso wie die als Anschubfinanzierung benötigten Kredite für den Ankauf der Grundstücke nahezu komplett an Bund und Land sowie die Banken zurückgezahlt worden. Dem Wirtschaftsplan des Entwicklungsträgers Nassauische Heimstätte ist zu entnehmen, dass bis zum 31.12.2008 Gesamteinnahmen in Höhe von 98 Mio. € Gesamtausgaben in Höhe von rund 92 Mio. € entgegenstehen. Somit steht derzeit noch ein Finanzvolumen von rund 6 Mio. € für weitere investive Maßnahmen zur Verfügung.

Zwei Projekte werden aktuell durch die Nassauische Heimstätte vorbereitet. Sie koordiniert derzeit einen europaweit ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb für den Bau eines neuen Verwaltungszentrums, Maßnahmenbeginn voraussichtlich im nächsten Jahr. Ein weiteres großes Vorhaben ist  der gerade begonnene Bau eines Regenüberlaufs mit rund 1,4 Mio. € Investitionskosten, der den geordneten Einlauf von Oberflächenwasser zur Vermeidung von Überschwemmungsrisiken für Teile des Stadtgebietes ermöglicht.

Neu-Anspach ist mit seiner Entwicklungsmaßnahme somit ein Erfolgsmodell in Hessen. Als 2007 die Stadtrechte verliehen wurden, war bereits abzusehen, dass zukünftig aus der Entwicklungsmaßnahme keine finanziellen Risiken aus Zins- und Tilgungsleistungen offener Kredite auf den kommunalen Haushalt zukommen werden. Der Zuzug vieler junger Familien hat in den vergangenen Jahren zudem das demografische Gefüge positiv beeinflusst. Neu-Anspach ist damit eine der wenigen Kom-munen in Hessen, die in Zukunft noch wachsen werden.