Entwicklungsmaßnahme Neu-Anspach
| Lage: | Neu-Anspach im Taunus, gebildet aus den Gemeinden Anspach, Hausen-Arnsbach, Rod am Berg und Westerfeld |
| Grundlage: | Entscheidung der Gemeinde: Entwicklungsbereich nach § 53 Städtebauförderungsgesetz, Beauftragung eines Entwicklungsträgers nach § 55 Städtebauförderungsgesetz |
| Entwicklungsträger: | Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH |
| Umfang: | 180 ha |
| Ablauf: | Dezember 1973 Rechtsverordnung der Hessischen Landesregierung, 1974 Beauftragung des Entwicklungsträgers, Abschluss voraussichtlich 2007 |
| Finanzierungsmittel per 31.12.2003: | 93,5 Millionen Euro |
Vier mal eins, das macht mindestens fünf
So könnte das Motto bei der Entwicklungsmaßnahme Neu-Anspach lauten. Anfang der 70er Jahre schlossen sich die vier Gemeinden Anspach, Hausen-Arnsbach, Rod am Berg und Westerfeld zusammen. Sie wollten mehr aus ihrer Entwicklung machen als nur ein zusammenwachsendes Gebiet – ein neues Zentrum sollte entstehen. Als Entwicklungsträger wurde 1974 die Nassauische Heimstätte beauftragt.
Entwicklung Schritt für Schritt
Jetzt, 28 Jahre später, sind 115 Hektar Fläche fast komplett bebaut, 2.100 Wohneinheiten entstanden und Neu-Anspach hat seine Einwohnerzahl auf rund 14.900 etwa verdreifacht. Die Entwicklung ist damit aber noch nicht abgeschlossen – und das ist durchaus gewollt. Von Anfang an war geplant, bei der Entwicklung einen Schritt nach dem anderen zu machen. Die Fehler anderer Gemeinden, in denen auf die Schnelle große Wohnblocks entstanden und als Betonwüste endeten, sollten unbedingt vermieden werden. Die Regionale Planungsgemeinschaft Untermain beabsichtigte in den 70er Jahren, in der neuen Gemeinde 35.000 Menschen anzusiedeln. Bald darauf wurde die Zahl auf weniger als die Hälfte korrigiert. Man hätte durchaus Wohnungen für mehr Menschen schaffen können, hielt sich aber bis heute an die Vorgabe, überwiegend zwei- bis dreigeschossige und maximal viergeschossige Wohnhäuser zu bauen.
Auch das Planungsgebiet wurde noch einmal leicht verkleinert; aus 200 wurden
180 Hektar. Als Siedlungsfläche sind davon 115 Hektar ausgewiesen, diese sind weitestgehend bebaut. Im Bau ist seit dem Herbst 1999 noch das Wohngebiet „Hochwiese V“ mit 90 Bauplätzen. Etwa 80 Prozent der Grundstücke dort sind verkauft.
Öffentliche Gebäude
Mit „Hochwiese V“ ist die Wohnbebauung des Gebietes abgeschlossen. Der
Ausbau der Infrastruktur geht noch bis 2005 weiter. Beim Bau von öffentlichen Einrichtungen und Gebäuden orientierten sich die Gemeinden und die Nassauische Heimstätte am Bedarf. Schon in den 80er Jahren wurden ein Bürgerhaus und ein Ladenzentrum gebaut. Von 1999 bis 2001 entstanden
drei Kindertagesstätten und ein Jugendzentrum, ein Feuerwehr-Gerätehaus
und der Bauhof. Dazu kamen ein Schulsportplatz für die örtlichen Vereine
und eine Sporthalle, die von der Gemeinde mitfinanziert wurde und deshalb
auch von den Vereinen genutzt werden kann.
Arbeitsplätze und Verkehr
Neben einer funktionierenden Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen
benötigte Neu-Anspach auch Arbeitsplätze – der Ort sollte sich nicht zur
reinen Wohnkolonie für Pendler entwickeln und tagsüber als Geisterstadt
zurückbleiben. Das Gewerbegebiet „Feldchen“ entstand 1974 und beheimatet 41 Betriebe. Noch nicht ganz genutzt ist das Gewerbegebiet „Am Burgweg“; hier siedelten sich bislang 45 kleine und mittlere Unternehmen an. Durch die neu gebaute Heisterbachstraße ist Neu-Anspach an das überregionale
Straßennetz angebunden und somit schneller zu erreichen. Die Taunusbahn verbindet die Wohngebiete mit dem Streckennetz des Verkehrsbund Rhein-Main.
Finanzierung ausgeglichen
Die Entwicklung von Neu-Anspach Schritt für Schritt hat einen weiteren Vorteil: Wenn die Maßnahmen im Jahr 2007 abgeschlossen werden, gibt es nach heutigen Erwartungen ein finanziell ausgeglichenes Ergebnis. Die Gemeinde hat also einen hohen Mehrwert geschaffen – die öffentlichen Gebäude, die Infrastruktur – ohne den kommunalen Haushalt zu belasten. Die Maßnahmen haben sich, natürlich zunächst über den Kapitalmarkt finanziert,
über die Verkäufe von baureifen Grundstücken selbst gedeckt.
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